"Das Volleyballlager aus der Sicht der Leiter" oder "Wie es wirklich war..."

Wie bereits die vergangenen Jahre freuten auch wir Leiter uns riesig auf die Woche im Berner Oberland. Mit nur einer Vorbereitungssitzung (Claudia hat auch diesmal das Lager praktisch im Alleingang organisiert) aber dafür topmotiviert standen wir am Montagmorgen bereit. Nebst den altbekannten "Teilnehmer/innen-Routiniers" kamen auch dieses Jahr neue, für uns unbekannte Gesichter hinzu. Scheinbar hat das Volleyballlager auch bei den jüngsten Clubmitgliedern seinen Reiz nicht verloren.

Montag:
Nach der langen Zugfahrt endlich im Frutighuus angekommen, bereits der erste Schock für die Girls: Die hübschen Fussballer der letzten Jahre sind nicht mehr hier. Lange Zeit zum Nachtrauern gab es nicht, das erste Training stand an. Wie so oft wurde im ersten Training ein wenig ausgetestet, wie viel Blödeleien und freche Sprüche denn der neue Trainer so toleriert. Standardmässig wurden die Bestrafungen für "Prellen wenn der Trainer spricht", "Bälle rumkicken", "Geschwätz während dem kräftigen" etc. erläutert. Nach diesem Training wussten dann auch alle, was Linienläufe oder Ausfallschritte sind, oder was "10 Bälle" bedeutet. An dieser Stelle muss aber auch gesagt werden, dass die "Strafen" wenig bis gar nicht nötig waren :-) Den Abendausklang im Hallenbad haben sich dann alle verdient.
Die Hoffnung der Trainer auf eine ruhige Nacht aufgrund der Absenz der Mini-Cristianos und -Torres' war nur von kurzer Dauer. Auch am späten Abend dachten die meisten Kids noch nicht ans schlafen und so gab es auch für die Trainer eine lange Nacht, welche man ihnen am nächsten Tag auch ansah, im Unterschied zu den Kindern.

Dienstag:
Aufgrund der Hitze entschied das Lagerteam, nur am Morgen in der Halle zu trainieren. Den Nachmittag verbrachten wir in der Badi, wo verschiedene Spiele der Lagerolympiade ausgetragen wurden. Aus Sicherheitsgründen (die Badi war ein einziges Kleefeld) waren die Kids gebeten, mit Schuhen anzutreten. Doch im Eifer des Gefechts während der Stafetten flog so mancher FlipFlop im hohen Bogen aus dem Spielfeld, barfuss ging einfach schneller und der Ehrgeiz der Kids war grösser als die Angst vor Bienen. Glücklicherweise wurde niemand gestochen oder sonst verletzt. Auch am Dienstag war die Nachtruhe ein heftig diskutiertes Thema. Tanya "die Schleifferin" und Corina "die mit dem bösen Blick" regelten die Sache aber bravourös.

Mittwoch:
Auch an diesem Morgen klingelte der Wecker unerbittlich und die ganze Truppe traf sich zum Frühstück. Am Morgen war normales Training in der Halle. Den Nachmittag verbrachten wir in Gstaad, wo wir der internationalen Beachvolleyball-Elite beim Spielen zuschauen durften. An dieser Stelle möchten wir einen herzlichen Dank an alle aussprechen, welche an der HV einen Batzen oder ein Nötli gespendet haben und uns so die Carfahrt nach Gstaad ermöglicht haben. Dass der Car auf der Rückfahrt eine kleine Panne hatte, brachte nur den Fahrer etwas ins Rudern. Die Lagertruppe verkürzte sich die Zeit mit einem zweistündigen Gesangskonzert im Bus. Von Gotthard, über die Beatles und die Toten Hosen wurde jedes mögliche Lied angestimmt und gekonnt durchgesungen. Nach dem Essen gab es ein freiwilliges Zusatztraining, bei dem wir versucht haben, die Beachcracks von Gstaad nachzuahmen, was uns trotz Trampolins nur zum Teil gelang. Die brutale Hitze im "Gstaader Nudeltopf" hatte auch seine Vorteile, denn nach diesem brütend heissen Tag waren alle so erschöpft, dass die Nachtruhe praktisch kein Thema mehr war.

Donnerstag:
Am Donnerstag wurde morgens und nachmittags in der Halle trainiert. Die ältesten Girls verlangten sogar noch ein drittes Training nach dem Abendessen, was wir selbstverständlich gerne bereit waren, zu geben - toll dieser Trainingseifer. Die jüngeren Kids waren froh, dass sie nicht noch einmal schwitzen mussten, spielten aber nicht weniger ehrgeizig Minigolf auf der Anlage direkt neben dem Lagerhaus.

Freitag:
"Schon der letzte Tag?" dachten wohl nicht nur die Leiter. Wieder einmal ist das Volleyballlager viel zu schnell zu Ende gegangen. Nach dem Frühstück ging es ans Putzen. Beim Anblick des Abfallkübels stockte den Leitern der Atem; unzählige Chipstüten, Coladosen, Guetzlipäcke und weitere Süssigkeiten fanden den Weg in den Müll. Wenn man bedenkt, dass die Kids auch bei den regulären Mahlzeiten ordentlich zugeschlagen haben , kommt man zum Schluss, dass wohl nicht nur die Leiter eine gehörige Portion Energie verbrauchten. Nachdem am Morgen noch mehr oder weniger intensiv trainiert wurde (die Wehwehchen nahmen minütlich zu) stand am Nachmittag das traditionelle Lagerturnier statt, das auch die letzte Disziplin der Lagerolympiade bedeutete. Noch einmal musste sich jeder zusammenreissen, um das Beste für sein Team zu geben.
Zum Abschluss wurden die Ränge des Lagerwettkampfs bekannt gegeben und die Preise verteilt, welche die Migros, Ricola, Mentos und die Swissregiobank grosszügig gesponsert haben.

Fazit:
Die Woche war hart aber wunderschön. Nudelfertig sind alle, Leiter und Teilnehmer. Wir sind uns aber sicher, dass wir auch nächstes Jahr wieder mit von der Partie sein werden und wir freuen uns über jeden, der auch nächsten Sommer von sich sagt: "Logo gehe ich wieder ins Volleyballlager".

Fürs Leiterteam
Flo